Allzu schleppende Zahlungen des Bundesverbandes Säge- und Holzindustrie (BSHD) für Projekte der geplanten Zentralen Holzabsatzförderung ("Neu-Org") stellen laut Deutschem Forstwirtschaftsrat (DFWR) seit 2. Dezember 2009 die gemeinsame Initiative von Forst- und Holzwirtschaft in Frage. Der DFWR zeigte sich an jenem Tag entschlossen, die "Neu-Org" auch allein mit der Forstseite zu verfolgen, was der BSHD bedauerte. Der Konflikt führte bis zur Ausladung von Vertretern der jeweiligen Gegenseite von Branchen-Terminen.
Erst auf einer Sitzung des Lenkungsausschusses mit folgender Tagung der Plattform Forst & Holz (PFH) am 9. Dezember kam ein Umlenken: "Auch wenn das Projekt einer gemeinsamen Holzabsatzförderung durch fehlende Finanzeingänge einen kurzen Rückschlag erlitten hat, sind wir uns einig, dass wir nur zusammen unsere Positionen zu Forst und Holz erfolgreich vertreten können", wird Dr. Wilhelm Vorher als Sprecher des Lenkungsausschusses zitiert. Er wird im Januar als Sprecher abgelöst von Carsten Wilke, Ministerialdirigent und Leiter der Abteilung Forsten im hessischen Umweltministerium. Die Geschäftsführung der Plattform und Projektleitung bleiben demnach bis zum geplanten Start am 1. April bei Dr. Carsten Leßner (DFWR).
Der BSHD machte in einer Mitteilung vom 17. Dezember DFWR und PFH für "Irritationen" durch die "inszenierte Vorstellung" Anfang Dezember verantwortlich, für seine Mitglieder sei "das bisherige Leitungs-Team des gescheiterten Lenkungsausschusses daher kein adäquater Ansprechpartner für eine weitere Lösungssuche". Der BSHD fordert Mitsprache entsprechend den geleisteten finanziellen Beiträgen. Das Freiwilligkeitsprinzip der Zahlungen für die Holzwerbung sei unrealistisch, die geplanten 1,5 Mio. Euro zu viel: Dies führe "nur zu Begehrlichkeiten". Statt dessen sei "sparsamst und effizient" zu wirtschaften, einen anderen Ansatz würden die BSHD-Mitglieder nicht mittragen.
Die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) kündigte am 3. Dezember an, ihr Angebot um Marktdaten der Forst- und Holzwirtschaft zu erweitern. Mitarbeiter des Absatzfonds oder der ZMP wurden dafür laut Leif Erik Rehder (AMI) nicht übernommen. Die zeitliche Nähe der Mitteilung zum Zwist im Lenkungsausschuss war demnach nicht beabsichtigt.
DFWR/BSHD/AMI/A. Jönsson