Die 12000 Einwohner zählende Gemeinde Kall im Landkreis Euskirchen (Nordeifel) will mit den Stimmen von CDU und Grünen den Landkreis beauftragen, für 120 Hektar Staatswald im Bereich Urft-Steinfeld von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch zu machen. Das meldet der Kölner Stadtanzeiger. Auf die Gemeinde, die Ende des Jahres mit voraussichtlich 25,8 Mio. Euro verschuldet sein soll, kommen demnach Kosten zwischen 1,1 und 1,3 Mio. Euro zu.
Vertreter der SPD- und FDP-Opposition im Gemeinderat sprachen sich angesichts der Verschuldung gegen den Ankauf von Wald aus, der keinen Gewinn bringe. Sie bezweifelten die Durchsetzbarkeit des Vorkaufsrechtes und befürchteten nachfolgende Prozesse.
Die Flächen, zum Großteil Naturschutzgebiet, sind Teil der 2700 Hektar Wald, die das Land Nordrhein-Westfalen für 25,5 Mio. Euro an die Eifelwald GmbH & Co. KG zu verkaufen beschloss. Das Unternehmen ist im Besitz der nicht gemeinnützigen "Bofrost-Stiftung", deren allein berechtigter Vertreter wiederum der Tiefkühlkost-Unternehmer Josef Boquoi ist.
Der Rat der nördlich Kalls gelegenen Stadt Mechernich sprach sich kurz zuvor gegen einen Ankauf von Waldflächen aus.
KStA / Red.