Das so genannte Eschentriebsterben, verursacht durch einen Schlauchpilz, schien seit der ersten Beobachtung 2002 ein auf Norddeutschland begrenztes Phänomen. Im Juli meldete jedoch auch die Forstliche Versuchsanstalt Baden-Württemberg im "Waldschutz-Info 4/2009", "dass sich das Eschentriebsterben auf großer Fläche ausbreitet", die Lage habe sich "gravierend verschlechtert" und der Erreger konnte vielfach nachgewiesen werden. Betroffen sind sowohl Einzelbäume wie Gruppen aus allen Altersklassen. Auch das im Norden seit mehreren Jahren auftretende "ziemlich rasche Zurücksterben von Alteschen" sei bereits vereinzelt zu beobachten. Die Schäden treten vor allem in der Rheinebene und dem Neckarland auf; ein Viertel der Kulturen sei betroffen.
Als Auslöser des Eschentriebsterbens gilt laut der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt der seit 1850 bekannte Schlauchpilz Hymenoscyphus albidus ("Weißes Stengelbecherchen"), der nachgewiesen werden kann durch seine gegen Austrocknung und tiefe Temperaturen widerstandsfähige Nebenfruchtform Chalara fraxinea. Die Verbreitung erfolgt offenbar sowohl durch Sporen des Pilzes, die mit dem Wind über weite Entfernungen verdriften können, als auch durch infiziertes Baumschulmaterial.
Die Versuchsanstalten raten zur aufmerksamen Kontrolle aller Eschenbestände und Meldung evtl. Schäden an die Anstalten. Neupflanzungen von Esche sollten kritisch überdacht werden. In isoliert betroffenen Kulturen und Jungbeständen sollten befallene Pflanzenteile durch großzügigen Rückschnitt bis ins gesunde Holz entfernt und samt Blättern verbrannt werden. Stark befallene Einzelbäume sollen im Rahmen von Sanitärhieben entfernt werden. Besonderes Augenmerk ist auf die Verkehrssicherung zu richten, da Starkäste absterben und Sekundärbefall z.B. mit Hallimasch auch die Standfestigkeit mindern kann.
FVA BW / NW FVA / Red.